Geschichte: FC Ibach 1974-77, Aufstieg in 1. Liga
Seit 1972 konnte sich die 1. Mannschaft immer unter den Spitzenteams der 2. Liga behaupten. So belegte das Fanionteam in der Saison 1972/73 unter Spielertrainer Ranato Cavazzutti – der allerdings verletzungshalber die ganze Saison nur zwei Partien bestreiten konnte – hinter Brunnen, das als Innerschweizer Regionalmeister die Aufstiegsspiele in die 1. Liga bestritt und den Aufstieg bewerkstelligte, und Kickers mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Leader den 3. Platz. Für diese tolle Saison bekam die 1. Mannschaft am Ende der Saison eine Woche Ferien auf die spanische Ferieninsel Mallorca geschenkt, gespendet von diversen Sponsoren des FC Ibach. In der Saison 1973/74 schaute für das Fanionteam unter der Führung des neuen deutschen Trainers Jürgen Kraus vom Regionalligaverein Röchling Völklingen – der wegen der Reamateurisierungsfrist nur die letzten vier Rückrunden-Partien der Meisterschaft bestreiten konnte – sogar den 2. Platz hinter Regionalmeister Ebikon heraus. Und dies mit nur einem winzigen Pünktchen weniger als die Luzerner Vorörtler. Es war zum Schluss der Meisterschaft ein spannender Dreikampf zwischen Ebikon, dem FC Zug und dem FC Ibach. Denn mit nur einem Punkt weniger als die Ibächler klassierten sich die Zuger auf dem dritten Platz.
Wie man aber Gruppenmeister wird, machten die Senioren des FC Ibach dem Fanionteam vor. Mit einem 5:7-Sieg in Schattdorf im letzten Spiel sicherten sie sich schon zum zweiten Mal den heissbegehrten Gruppenmeistertitel.
Die Saison 1974/75 stand wiederum unter einem guten Stern. Und wiederum wurde der Gruppensieg – immer noch unter Spielertrainer Jürgen Kraus – nur ganz knapp verpasst. Die 1. Mannschaft eroberte sich mit nur zwei Punkten Rückstand auf den FC Zug den ehrenvollen 2. Rang, punktgleich mit dem drittplatzierten FC Altdorf. Die Muotadörfler stellten dabei – nebst dem Erreichen des inoffiziellen Wintermeistertitel – einen noch nie erreichten Rekord auf. Sie blieben in 18 Meisterschaftsspielen ungeschlagen – von Ende Oktober 1973 bis im Oktober 1974 und stellten mit Sepp Inderbitzin sogar den Torschützenleader in der 2. Liga (17 Tore).
Die 2. Mannschaft erreichte in der abgelaufenen Saison in einem hartumkämpften Kopf-an-Kopf-Rennen mit Schattdorf mit 27 Punkten aus 16 Spielen den Gruppensieg in der 4. Liga, am Schluss mit nur noch einem Punkt Vorsprung. In den Aufstiegsspielen gewannen die Ibächler Reserven dann in Goldau mit 0:1 Toren und gegen Küssnacht schaute ein 2:0-Erfolg heraus. Damit schafften sie den erneuten Aufstieg in die 3. Liga und konnte sich dort diesmal doch während dreier Saisons behaupten. Aber 1978 verfielen sie erneut der Relegation in die 4. Liga.
Im Schweizer Cup ebenfalls erfolgreich
Aber auch im Schweizer Cup machte der FC Ibach Furore. In der Saison 1972/73 schied er nach Siegen in der Vorrunde gegen Schwyz, Malvaglia und Goldau erst in der 1. Hauptrunde gegen den SC Zug mit 1:2 Toren aus. Auch in der folgenden Saison reichte es der 1. Mannschaft bis in die 1. Hauptrunde, da war aber Emmenbrücke mit 0:4 Toren Endstation. Die Saison 1974/75 brachte für das Fanionteam das erstmalige Vordringen in die 2. Hauptrunde. Nach Siegen gegen Dietwil, Goldau und Brunnen war diesmal Mendrisiostar stärker. Allerdings entschied nur ein einziges Tor diese hartumkämpfte Partie gegen den Tessiner Erstligisten.
1976 der Aufstieg in die 1. Liga
Die Beständigkeit und Ausgeglichenheit des Fanionteams brachte in der Saison 1975/76 den nächsten grossen Erfolg. Als Nachfolger von Jürgen Kraus war wieder einmal ein Einheimischer am Ruder, denn als Spielertrainer amtete nämlich Sepp Inderbitzin. Über ein Entscheidungsspiel gegen die Kickers aus Luzern – beide Teams totalisierten je 32 Punkte, wobei Ibach das sagenhafte Torverhältnis von 51:30 Toren ausweisen konnte – erreichte es mit einem 3:1-Sieg vorerst den hart umkämpften Regionalmeistertitel in der Innerschweizer 2.-Liga-Gruppe. Es war eine hartumkämpfte Partie, die nach dem 1:1 zur Pause lange Zeit auf die Seite der Luzerner zu kippen drohte. Ein sensationeller Torhüter Büeler verhinderte aber die Führung der Luzerner und ein Doppelschlag von Goalgetter Josef Engel in den letzten zehn Minuten stellten den Sieg sicher. Pikant an der ganzen Sache war, dass auf der Luzerner Seite als Trainer Jürgen Kraus mitspielte, der vorher zwei Saisons die Ibächler trainiert hatte. Nebst den schon erwähnten 51 Toren – das höchste Total aller Zweitliga-Mannschaften – konnten die Ibächler mit Josef Engel schon zum zweitenmal hintereinander den Innerschweizer Torschützenleader feiern. Die nun folgenden Aufstiegsspiele gegen Agno (unglückliche 2:1-Startniederlage im Tessin und 4:3-Erfolg auf dem Gerbihof) und Derendingen (2:1-Erfolg daheim und «programmierte» 1:0-Niederlage im Solothurnischen) führten die Mannschaft zum krönenden Aufstieg in die oberste Amateurliga (1. Liga). Die Freudennacht am Samstag, 26. Juni 1976, schien im Clubrestaurant Rose für die Ibächler Sportsfreunde für einmal kein Ende zu nehmen! Wahrlich die ganze Bevölkerung teilte mit dem FC Ibach den Freudentaumel.
Die 2. Mannschaft ereichte in der Drittliga-Gruppe 1 den hervorragenden 7. Rang mit 15 Punkten aus 18 Spielen, noch vor der ersten Mannschaft von Lokalrivale SC Schwyz. Und bei den Junioren holten sich die B-Junioren unter ihrem Trainer Renato Meli in der 2. Stärkeklasse den Innerschweizer Regionalmeistertitel.
Die folgende erste 1.-Liga-Saison 1976/77 brachte aber lange Zittermomente, konnte doch mit einer gegenüber der Aufstiegssaison praktisch unveränderten Mannschaft nur knapp der sofortige Abstieg verhindert werden. Die ganze Saison «turnte» die 1. Mannschaft immer im hinteren Drittel der Rangliste umher, ein achter Rang war dabei die beste Klassierung. Erst im allerletzten Meisterschaftsspiel – und dies vor 800 Zuschauern – besiegte das Fanionteam den Nachbarclub Brunnen mit 3:1 Toren und rettete sich so mit einem Punkt Vorsprung auf die beiden Abstiegsplätze vor dem sofortigen Wiederabstieg in die 2. Liga.
Die 2. Mannschaft konnte ihren 7. Rang der Vorsaison noch steigern und klassierte sich mit 15 Punkten aus 18 Spielen auf dem hervorragenden 6. Tabellenrang.
Schuldenfrei in die 1. Liga
Dass der FC Ibach grosse Sympathien geniesst, zeigte der Grossaufmarsch zur 22. General- versammlung im Clublokal Restaurant Rose. Nicht weniger als 90 Aktive, Ehrenmitglieder, Freunde und Gönner konnte Präsident Josef Kündig begrüssen. Der Jahresbericht des Präsidenten war natürlich von den Erfolgen der vergangenen Saison gekennzeichnet. Ebenfalls von den Erfolgen profitierte der Zuwachs an Mitgliedern, der auf 363 anstieg. Die überzeugenden Mahnworte des Revisors Alois Camenzind zeigen aber auf, dass sich der FC Ibach auch in der 1. Liga keine grossen finanziellen Experimente leisten kann, will man nicht plötzlich vor roten Zahlen stehen.
